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Herkunft der aramäer

Die Mehrheit der Anhänger der Syrisch-Orthodoxen Kirche sind Aramäer – Ein Volk mit uralten Wurzeln und lebendiger Glaubenstradition.


Die Aramäer gehören zu den ältesten Völkern der Welt. Ihre Geschichte reicht weit über 3.000 Jahre zurück und ist eng mit der Entstehung der biblischen Welt, der frühen Christenheit und der Entwicklung der semitischen Kulturen verbunden. Bis heute bewahren viele Aramäer ihre Sprache, Kultur und ihren tief verwurzelten christlichen Glauben.



Flagge der Aramäer


Ursprünglich aus dem Gebiet des alten Aram stammend, erstreckten sich die Aramäer über Teile des heutigen Syrien, der Türkei, des Libanon und Nordmesopotamiens (Irak).  Bereits im 12. Jahrhundert v. Chr. bildeten sich dort aramäische Stadtstaaten wie Damaskus, Arpad und Hamat. Durch Handel, Landwirtschaft und politische Allianzen gewannen sie zunehmend Einfluss und prägten die Geschichte des Alten Orients mit.


Mit der Ausbreitung verschiedener Reiche wurden viele aramäische Gruppen in andere Regionen des Nahen Ostens verschleppt oder wanderten dorthin aus. So verbreitete sich ihre Sprache und Kultur weit über ihre ursprüngliche Heimat hinaus. Bis heute leben aramäische Gemeinschaften in der Türkei (Tur Abdin), in Syrien (z. B. in Ma‘lula), im Irak sowie in der Diaspora, insbesondere in Europa.


Die aramäische Sprache ist eine der ältesten noch gesprochenen Sprachen der Welt. Sie gehört zur semitischen Sprachfamilie und war über Jahrhunderte hinweg die Verkehrs- und Verwaltungssprache im Nahen Osten – vergleichbar mit dem Latein Europas im Mittelalter. Besondere Bedeutung hat das Aramäische für Christen: Jesus Christus selbst sprach aramäisch, und viele seiner Worte – wie „Eli, Eli, lema sabachtani“ („Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Mk 15:34) – sind in der Bibel überliefert.


In der Liturgie der Syrisch-Orthodoxen Kirche und weiterer altorientalischer Kirchen wird bis heute Aramäisch verwendet. Diese Sprache verbindet Millionen Gläubige weltweit mit den Wurzeln ihres Glaubens.


In der Diaspora, etwa in Deutschland, Schweden oder den Niederlanden, bemühen sich aramäische Gemeinschaften intensiv darum, Sprache und Kultur zu bewahren – durch Kirchengemeinden, Sprachschulen, Vereine und Medienarbeit.


Die Aramäer gehören dem christlichen Glauben an und sehen ihre Identität eng mit dem Urchristentum verbunden. Nach der Verkündigung des Evangeliums durch die Apostel verbreitete sich der Glaube rasch in den aramäischen Gebieten. Schon früh entstanden dort bedeutende christliche Zentren wie Edessa (Urhoy), das als Wiege des syrischen Christentums gilt.